Bundesinnenminister Horst Seehofer möchte, dass künftig ein Einbürgerungsverbot für Ausländer, die in Mehrehe leben, gesetzlich verankert ist. Auch Bundesjustizministerin Katarina Barley hat sich nun dafür ausgesprochen, ein Mehreheverbot in das Staatsangehörigkeitsrecht aufzunehmen.

„Schon jetzt sind Mehrehen in Deutschland verboten und strafbar. Auch ein Nachzug von einer Zweitfrau zu einem Ausländer in Deutschland ist nicht möglich. Eine Erweiterung, dass eine Einbürgerung nicht möglich ist, wenn jemand mehrfach verheiratet ist, halte ich daher für dringend notwendig und sinnvoll. Auch wenn es in anderen Ländern nach dortigem Recht möglich ist, eine Ehe mit mehreren Frauen zu schließen, so hat das in Deutschland nichts zu suchen und sollte auch auf keinen Fall toleriert werden“, so der integrationspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Ismail Tipi.

In Deutschland ist das Eingehen einer zweiten Ehe unzulässig und wird mit bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldstrafe geahndet. Im islamischen Recht darf ein Mann allerdings gleichzeitig mit vier Frauen in Imam-Ehe verheiratet sein. Wenn beispielsweise ein Asylbewerber mehrere Frauen hat, wird er zwar nicht bestraft, darf aber nicht mehr als eine Frau über den Ehegattennachzug nach Deutschland holen.

„Es ist wichtig, dass wir in Bezug auf die Mehrehen klare gesetzliche Regelungen schaffen. Es kann nicht sein, dass wir diese dulden, auch wenn sie in einem anderen Land rechtskräftig geschlossen wurde. Hier dürfen wir nicht mit zweierlei Maß messen. Deshalb muss künftig klar sein, dass solche Mehrehen hier keine Gültigkeit haben und man dann auch nicht deutscher Staatsbürger werden kann. Mehrere Ehefrauen zu haben, widerspricht nicht zuletzt auch unseren Werten und unserer Rechtsordnung. Was für deutsche Staatsbürger gilt, muss auch für alle anderen gelten, die hier bei uns leben wollen. Hier dürfen wir keine Ausnahme machen.“

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