Gewalt gegen Beamte erlangt nur selten, wie zum Beispiel durch die gewaltsamen Proteste um den G20-Gipfel in Hamburg 2017 oder die rechtsextremen Proteste in Chemnitz letzten Monat, die große Öffentlichkeit. Damit verbunden ist sofort ein großes Unverständnis und Aufruhr, jedoch ist nur wenigen bekannt, dass Gewalt gegen Beamte leider keine Ausnahme ist, sondern Alltag in Deutschland.

In Deutschland herrscht in vielen Orten fehlender Respekt vor Polizei und Rettungskräften wie die Zahl der Gewaltdelikte zeigt. Allein im Jahr 2017 gab es 4.527 Delikte allein gegen Polizeibeamte, Fälle von einfacher Körperverletzung gegen Polizisten nicht mit eingerechnet, wie die Bundesregierung nach einer Ermittlung der Deutschen Presse-Agentur vorlegte. Das ist ein Anstieg von 22 Prozent zwischen 2012 und 2017. In dieser Statistik ebenfalls nicht enthalten sind Gewaltdelikte an Rettungskräften der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes und der Rettungsdienste. Laut Bundeskriminalamt werden jährlich 280 ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter von Rettungsdiensten attackiert.

„Gewalt gegen die Männer und Frauen der Polizei- und Rettungsdienste ist inakzeptabel und nicht zu tolerieren! Polizei- und Rettungskräfte riskieren jeden Tag ihr Leben, um uns ein Leben in Sicherheit zu gewährleisten und werden im Gegenzug ohne jeglichen Respekt, sondern mit Gewalt behandelt“, so Landtagsabgeordneter Ismail Tipi.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeichnete auf, dass circa 50 Prozent der Täter unter Alkoholeinfluss stehen und es beim „Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte“ einen Anstieg von nichtdeutschen Tatverdächtigen um 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einen Rückgang von deutschen Tatverdächtigen um 1,8 Prozent gab. Ein Grund für die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte ist eine zunehmende Respektlosigkeit gegenüber Menschen in Uniform und Mitarbeitern von Rettungsdiensten. Im Rahmen dessen rief unter anderem Landtagsabgeordneter Ismail Tipi den Verein Pro Hilfskräfte „Hände Weg“ ins Leben, welcher sich für die Interessen und den Schutz der Rettungsmannschaften durch Öffentlichkeitsarbeit einsetzt.

„Es ist oberste Priorität, dass die Gewaltdelikte gegenüber Beamten in Hessen stoppen und eine Trendwende in der Wahrnehmung der Polizei- und Rettungskräfte stattfindet. Wir müssen weiterhin alles daran setzen, um unsere Rettungsdienste und Polizeibeamten vor Angriffen zu schützen“, so Tipi.

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