Schon länger beobachten Sicherheitsbehörden den Düsseldorfer Verein Ansaar International. Jetzt wird konkret ermittelt und bundesweite Razzien werden durchgeführt, weil er der salafistischen Szene nahestehen und unter anderem die Terrorgruppe Hamas finanziert haben soll.

„Bereits vor Jahren habe ich vor den Machenschaften des Vereins Ansaar International gewarnt. Sie rufen zu Spenden auf und versuchen, möglichst viel Geld für die Dawa zu sammeln, indem sie auf die Tränendrüsen der Spender drücken. Schon damals hatte ich den Verdacht geäußert, dass dieser Verein extremistische und salafistische Ziele verfolgt“, so der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi.

Nach außen hin geht es dem Düsseldorfer Verein Ansaar International nur um die Hilfe für Menschen in Not. Die Behörden gehen aber davon aus, dass es dabei nicht nur um Unterstützung für Notleidende gehen könnte. Vermeintliche humanitäre Hilfsprojekte könnten in Wahrheit Terrororganisationen zugutekommen. Nun ist der Verdacht konkret. Auf Anordnung von Bundesinnenminister Horst Seehofer durchsucht die Polizei in neun Bundesländern etwa 90 Objekte, die mit Ansaar International und einem der Organisation eng verbundenen, weiteren Verein in Verbindung stehen sollen.

Durch die Durchsuchungen soll unter anderem Material für ein mögliches, späteres Vereinsverbot gesammelt werden. Zudem gibt es strafrechtliche Ermittlungen wegen Terrorismusfinanzierung.

„Man kann davon ausgehen, dass die Gelder dazu dienen, die Logistik, Infrastruktur und die Verpflegung der salafistischen Kämpfer zu ermöglichen und dass die Spenden in den bewaffneten Kampf fließen. Wir müssen verhindern, dass die möglicherweise gutgemeinten Spenden für die Opfer in Syrien, dann für den Kampf der IS-Terroristen missbraucht werden. Es kann nicht sein, dass sich eine Terrororganisation, welche unschuldige Menschen hinrichtet und enthauptet, von Spendengeldern finanziert, die in Deutschland erwirtschaftet worden sind. Nicht umsonst sage ich seit Jahren, dass wir die Geldhähne der Salafisten zudrehen müssen, um effektiv gegen sie vorgehen zu können. Nur wenn wir konsequent die Spendenquellen überprüfen, Vereinsvermögen der Salafisten kontrollieren und im Zweifelsfall beschlagnahmen und die Salafisten auch steuerlich zur Rechenschaft ziehen, können wir verhindern, dass noch mehr junge Menschen in unserem Land vergiftet werden.“

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