Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach an deutschen Universitäten hat ergeben, dass viele Hochschullehrer das Meinungsklima als einengend und intolerant empfinden. Dazu wurden 1106 Interviews mit Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern geführt. Beispielweise sind etwa 74 Prozent der Hochschullehrer der Auffassung, mit der Einladung eines vermeintlichen Rechtspopulisten zu einer Podiumsdiskussion auf erheblichen Widerstand zu stoßen, sei es durch die Studierenden oder die Leitung. Nur 21 Prozent rechnen mit Widerstand bei der Einladung eines Linkspopulisten.

„Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Es kann und darf nicht sein, dass, wie es im letzten Jahr vorgekommen ist, sogar Politiker daran gehindert werden, frei an Universitäten zu sprechen. Wir sind in unserer Gesellschaft so sehr bemüht, eine gewisse „Political Correctness“ einzuhalten, dass wir uns selber in unserer Meinungsfreiheit beschränken. Wir müssen aufpassen, wo wir eine Grenze ziehen. Es kann und darf nicht sein, dass man seine Meinung nicht mehr frei äußern kann“, so der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi.

In diesem Zusammenhang sagen in der Umfrage 13 Prozent der befragten, dass die „Political Correctness“ sie sogar daran hindere, bestimmten Forschungsfragen nachzugehen. „Wir leben in einer freien, demokratischen Gesellschaft. Es kann und darf nicht sein, dass wir gewisse Aussagen nicht mehr treffen wollen oder dürfen, nur weil man damit gleich in eine rechte, oder auch linke Ecke gestellt wird. Vor allem in der Forschung muss man frei sein können, auch kritischen Sachverhalten nachzugehen. Sicherlich gibt es Grenzen, was gesagt werden darf, und es gibt auch mit Sicherheit einen guten Ton, den es zu wahren gilt, gerade in politischen Debatten. Aber wir müssen als Gesellschaft auch wieder mutig sein und uns trauen, gewisse Themen klar zu benennen und zu diskutieren. Meinungsfreiheit und Demokratie bedeuten auch immer, dass man unbequeme Meinungen ertragen muss. Eine freie Meinungsäußerung, sachliche Debatten und auch eine respektvolle Diskussion müssen Grundlage unseres politischen Alltags sein.“

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