Erst kürzlich hat die Polizeibehörde Interpol vor einer möglichen zweiten Welle des Terrors gewarnt. Grund seien vor allem die kurzen Haftstrafen der verurteilten Terror-Unterstützer. Da sie nicht wegen eines konkreten Anschlags verurteilt wurden, kämen einige bald wieder frei.

„Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass die Gefahr, die durch den IS und den radikalislamistischen Terror ausgeht, noch lange nicht gebannt ist. Diejenigen Gefährder und Terror-Unterstützer, die noch in den Gefängnissen sitzen, werden früher oder später wieder auf freiem Fuß sein. Und nicht alle werden sich wieder nahtlos in die Gesellschaft integrieren können. Außerdem sind Häftlinge auch nicht davor geschützt, weiterhin mit dem radikalen Islamismus in Kontakt zu kommen oder zu bleiben. Daher kann auch nach der Haft von ihnen eine Gefahr ausgehen“, warnt auch der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi.

„Hessen hat bereits vor Jahren in diesem Bereich reagiert und die Stabsstelle „Netzwerk Deradikalisierung im Strafvollzug“ gegründet. Sie besteht aus erfahrenen Mitarbeitern, darunter auch einem Islamwissenschaftler und sogenannten Strukturbeobachtern. Außerdem gibt es das Modellprojekt „Kompetenz gegen Extremismus in Justizvollzug und Bewährungshilfe Hessen“. Dessen Ziel ist es, Menschen, die radikalisiert sind oder ideologisierte Straftaten begehen, aus dem Radikalisierungsprozess zu lösen. Zur Zielgruppe des Projekts gehören sowohl rechtsextrem als auch islamistisch radikalisierte Menschen. Das sind gute Ansätze um einer neue oder weiteren Radikalisierung in Gefängnissen vorzubeugen bzw. entgegenzuwirken. Dennoch müssen wir wachsam sein und auch entlassene Gefährder genau beobachten.“

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