Eine 27-jährige Deutsche, die aus dem Irak zurückgekehrt war, wurde nun von Ermittlern in Bayern festgenommen. Sie soll sich damals dem IS angeschlossen und als „Sittenpolizistin“ im Irak gearbeitet haben. Zum ersten Mal wurde damit ein Haftbefehl gegen eine IS-Rückkehrerin erwirkt.

„Es ist wichtig, dass wir auch bei Frauen, die aus Syrien oder dem Irak zurückkehren und sich dort dem IS angeschlossen haben, nicht naiv oder blauäugig sind. Der IS nutzt Frauen aktiv, um noch mehr Jugendliche und sogar ganze Familien zu rekrutieren und ein Netzwerk zu anderen Frauen aufzubauen. Viele der Frauen, die von dort zurückgekehrt sind, können damit eine große Gefahr darstellen, wenn sie indoktriniert sind und die Ansichten des IS weiterverbreiten wollen. Daher dürfen wir nicht tatenlos zusehen, wie sie wieder hierher zurückkehren und ein unbehelligtes Leben führen, aber dabei weiterhin Kontakt zum IS haben, Menschen, vielleicht sogar ihre eigene Familie, rekrutieren und radikalisieren und im Irrglauben des IS ihre Kinder großziehen“, so der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi.

Immer wieder kommen neue Verfahren gegen Frauen dazu, die sich dem IS angeschlossen haben. Ein verstärktes Vorgehen ist jedoch nicht immer ganz einfach. Bereits in vergangenen Fällen wurden Haftbefehle abgelehnt. Frauen, die aus dem Irak oder Syrien nach Deutschland zurückgekehrt sind mit ihren Kindern, laufen weiterhin frei herum.

„Wir wissen nicht, ob sich die Rückkehrerinnen wirklich vom IS und dem radikalen Islamismus abgewendet haben oder nicht. Hier dürfen wir nicht zu gutgläubig sein. Das gilt vor allem auch für Kinder, die entweder schon in jungen Jahren von ihren Eltern nach Syrien oder in den Irak mitgenommen wurden, oder dort zur Welt gekommen und aufgewachsen sind. Frühradikalisierte Kinder, die von klein auf mit dieser kranken Ideologie aufgewachsen sind, können auch zu einer Gefahr für unsere Gesellschaft werden, vor allem, wenn sie weiterhin durch ihre Eltern oder ihre Mütter in diese Richtung beeinflusst werden. Daher müssen wir nicht nur dafür sorgen, dass die Mütter beobachtet bzw. bei ausreichendem Verdacht festgenommen, sondern auch die Kinder aus diesen Familien herausgenommen werden.“

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