Kürzlich hat CDU-Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer verlauten lassen, sie wolle eine Debatte um das Tragen von Kopftüchern von Minderjährigen innerhalb von Kindergärten und Schulen anstoßen und die Möglichkeiten eines Verbots prüfen. Dies soll darauf hinauslaufen, dass die Verschleierung von Kindern in Kitas ganz verboten werden könnte und innerhalb von Schulen erst mit dem Erreichen der gesetzlichen Religionsmündigkeit möglich sein soll. Ein solches Verbot und das anderer religiöser Symbole ist bereits im Saarland Teil der Praxis für Lehrerinnen und Richterinnen, um die Neutralität zu wahren. Auch in Österreich ist ein Verbot des Kopftuchs innerhalb von Kindergärten bereits in Kraft getreten.

Die Frage nach dem Tragen von Kopftüchern durch Minderjährige bis gar zur Vollverschleierung bietet tatsächlich genug Stoff für Kontroversen. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer äußerte sich beispielsweise insofern, dass die Entscheidung ein Kopftuch anzulegen nicht von dem Kind, sondern von den Eltern gefällt würde. In der Tat bleibt hier stark zu bezweifeln, inwiefern ein Mädchen im Kindergartenalter die Tragweite seines Handels einschätzen könne. Nicht ohne Grund liegt das Alter der Religionsmündigkeit in der Bundesrepublik bei 14 Jahren.

Der integrationspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Ismail Tipi unterstützt die Forderung nach einem Kopftuchverbot in Kitas und Schulen vehement. „Die betroffenen Mädchen werden durch ihre Eltern zum Spielball eines erzkonservativen Islams gemacht. Ihnen wird eingeredet sie seien nicht tugendhaft und fromm genug, würden sie ihr Haar unbedeckt lassen. Die Folgen eines Nichtgehorchens reichen von Mobbing über einer künstlich entfachten Furcht vor postmortalen höllischen Konsequenzen bis hin zur Ausgrenzung durch den eigenen Freundes- und Familienkreis.“

Tipi unterstützt insofern die Petition des Vereins „Terre des Femmes“ in ihrer Forderung nach einem Kopftuchverbot für Minderjährige. „Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Kinder Opfer von fundamentalistischer Instrumentalisierung durch Islamisten und Salafisten werden“, fordert Tipi. „Das Recht auf Religionsfreiheit endet dort, wo die Rechte anderer beschnitten werden.“

« Ismail Tipi: Wir dürfen unsere Sprache nicht im Zeichen einer falschverstandenen Toleranz opfern, sondern sind dazu aufgefordert, sie zu schützen und zu bewahren Ismail Tipi: Hessisches Extremismus- und Terrorismus-Abwehrzentrum ist ein wichtiger Schritt gegen extremistische Bestrebungen in Hessen »