Das Thema „Upskirting“ hatte Hessen bereits im vergangenen Jahr aufgegriffen und einen entsprechenden Gesetzesantrag im Bundesrat unterstützt. Nun hat der Deutsche Bundestag das Gesetz für einen besseren Persönlichkeitsschutz bei Bildaufnahmen beschlossen. Beim Upskirting und auch beim Anfertigen von „Gafferfotos“ sollen damit Strafbarkeitslücken geschlossen werden.

Für Ismail Tipi, hessischer Landtagsabgeordneter der CDU-Fraktion, ist das ein wichtiger Erfolg. „Es kann und darf nicht sein, dass es ungestraft bleibt, wenn man heimliche Fotografien unter dem Rock eines Mädchens oder einer Frau macht. Für die Betroffenen ist das keine Kleinigkeit, sondern kann sie hart treffen. Ein Foto ist schnell gemacht und kann heutzutage auch genauso schnell verbreitet werden. Dieses herabwürdigende Verhalten muss streng geahndet und die Rechte des Opfers auch hier geschützt werden. Deshalb ist es gut, dass diese Strafbarkeitslücke nun geschlossen ist und es endlich strafbar ist, anderen Menschen untern den Rock zu fotografieren.“

Auch die hessische Justizministern Eva Kühne-Hörmann zeigt sich dankbar, dass der Bundestag nun diese Lücken geschlossen hat. „Nachdem Hessen im vergangenen Jahr einen Gesetzesantrag hierzu im Bundesrat unterstützt hatte, hat die Bundesregierung diese Themen aufgegriffen, leicht modifiziert und als eigener Gesetzentwurf ausgegeben. Dieser wurde nunmehr beschlossen.“

Gleichzeitig werden künftig auch Gaffer, die Fotos machen, härter bestraft. „Ich kann nicht verstehen, warum manche Menschen beispielsweise an Unfallorten anhalten oder extra dorthin kommen, nur um Fotos von der Situation oder den Opfern zu machen. Manchmal behindern sie damit sogar die Rettungskräfte oder die Polizei. Das ist einfach unfassbar“, so Tipi und ergänzt: „Jeder, der schon mal einen Unfall hatte, kann sich vorstellen, wie unangenehm solche Fotos sein können. Sie greifen in die Persönlichkeitsrechte ein. Und wenn wegen solcher Gafferfotos dann auch noch die notwendige Hilfe nicht rechtzeitig kommt oder die Rettungsarbeiten behindert werden, dann kann es sogar gefährliche Auswirkungen haben. Daher ist es richtig, dass sowohl das Fotografieren als auch das Übertragen solcher Bilder künftig strafbar sein soll.“

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