Das Land Hessen ändert seine Pflegeunterstützungsverordnung und ermöglicht damit, dass ehrenamtliche Nachbarschaftshelferinnen und -helfer bis zum Jahresende sogenannte Dienstleistungen bis zur Haustür bei den Pflegekassen abrechnen können. Dadurch wird die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe weiter gestärkt.

Zu den Dienstleistungen bis zur Haustür zählen insbesondere der Einkauf von Waren des täglichen Lebens, Holen und Bringen der Wäsche von und zur Reinigung, Anlieferung von Speisen, Übernahme von Botengängen, Organisation und Erledigung von Behördengängen und Behördenangelegenheiten und die Organisation erforderlicher Arztbesuche. Diese Dienstleistungen können sowohl von bereits anerkannten Anbieterinnen und Anbietern als auch von ehrenamtlichen Personen im Rahmen der Nachbarschaftshilfe erbracht und mit den Pflegekassen abgerechnet werden.

Hierzu ist kein formales Anerkennungsverfahren der Nachbarschaftshilfe erforderlich, es genügt die Vorlage aussagekräftiger Abrechnungen bei der Pflegekasse. Ehrenamtliche Personen, die Dienstleistungen bis zur Haustür im Rahmen der Nachbarschaftshilfe anbieten möchten, müssen aber beachten, dass sie mit der pflegebedürftigen Person nicht verwandt oder verschwägert sein und nicht mit ihr in einer häuslichen Gemeinschaft leben dürfen. Bei Einhaltung der genannten Voraussetzungen gelten die Angebote automatisch als anerkannt.

Ismail Tipi, Mitglied des Sozial- und Integrationsausschusses im Hessischen Landtag, begrüßte die Umgestaltung der Pflegeunterstützungsverordnung vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie: „Die vergangenen Wochen und Monate haben uns gezeigt, wie wichtig ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe ist – ganz besonders, wenn sie Pflegebedürftigen zu Gute kommt. Diese Risikopatienten mussten und müssen nach wie vor bestmöglich vor einer Infektion mit dem Corona-Virus geschützt werden. Die ehrenamtlichen Nachbarschaftshelfer nehmen hierbei eine zentrale Rolle ein, indem sie die Pflegebedürftigen beispielsweise regelmäßig mit frischen Lebensmitteln versorgen oder dringende Besorgungen und Fahrdienste übernehmen. Dass nun die Möglichkeit geschaffen wurde, diesen Einsatz, den so viele in den schweren Zeiten der Corona-Pandemie so selbstverständlich erbracht haben und bis heute erbringen, über die Pflegekasse entsprechend zu honorieren, finde ich eine gute Sache. Außerdem setzen wir hiermit ein Signal: Ehrenamt kann nicht nur Spaß machen, zu einem guten Gefühl, einem lebendigen Miteinander und einer vielfältigen Gesellschaft beitragen, sondern kann auch in doppelter Hinsicht gewinnbringend sein – für alle Beteiligten.“

„Gern nutze ich an dieser Stelle nochmals die Möglichkeit, ein herzliches Dankeschön alldenjenigen zu sagen, die mit ihrer Zeit, ihrer Hingabe und mit einem großen Herzen vielen Pflegebedürftigen eine große Stütze in diesen besonderen Zeiten sind. Sie tragen ganz wesentlich dazu bei, dass wir unsere Risikopatienten vor einer Infektion mit dem Corona-Virus beschützen können und zugleich ihre Lebensqualität erhalten. Bitte machen Sie weiter so: Seien Sie Vorbilder für gelebtes Miteinander. Durch Ihre Unterstützung unserer Pflegebedürftigen sind Sie wahre Nachbarschafts-Engel. Ihr Einsatz kann mit keinem Geld der Welt bezahlt, wohl aber Ihr Engagement honoriert werden“, erklärte Ismail Tipi weiter.

Weitere Informationen zu den Neuregelungen, Voraussetzungen und Modalitäten sind unter www.pflege-in-hessen.de/formen-der-pflege/pflege-zuhause/unterstuetzungsleistungen-im-alltag/ abrufbar.

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