„Die Feuerwehr und alle anderen Rettungsmannschaften leisten gerade in dieser Jahreszeit eine herausragende Arbeit. Sie sind immer Einsatzbereit vor Ort, gerade wenn es auf Grund der starken Hitze zu Bränden kommt. Dabei kommen die Rettungskräfte nicht selten selbst an ihre Grenzen. Doch anstatt es ihnen zu danken, haben sie immer wieder mit Anfeindungen und Pöbeleien zu kämpfen. Genauso geht es auch oftmals Polizisten“, so der Vorsitzende von Pro Hilfskräfte „Hände weg“, Ismail Tipi.

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau auf solche Missstände aufmerksam zu machen. Er möchte ein Zeichen setzen und sich durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit für die Belange der Rettungsmannschaften einsetzen und deutlich machen, dass Feuerwehr- und Rettungskräfte sowie Polizeibeamte Dank, Anerkennung und Respekt verdienen.

„Genügend Vorfälle gibt es leider. Beispielsweise werden Polizisten bei der Ausübung ihrer Arbeit angegriffen, geschlagen, getreten und beleidigt. Rettungskräfte werden bespuckt beim Versuch Leben zu retten oder von umstehenden Gruppen oftmals behindert und bepöbelt. Es sind leider keine Einzelfälle mehr, die Zahl der Übergriffe steigt. Das ist eine traurige Bilanz, auch für unsere Gesellschaft“, so Tipi weiter.

„Dass es ein Problem innerhalb der Gesellschaft ist, zeigen für mich auch die Vorfälle der letzten Tage in Freibädern. In Düsseldorf beispielsweise musste ein Bademeister die Polizei zu Hilfe rufen. Es macht deutlich, dass Aggressivität und Konfliktpotenzial zunehmen. Etwas in Ruhe und vernünftig, in einer Diskussion zu klären, scheint oft nicht mehr möglich. Damit stellen sich für die Rettungskräfte und Beamten ganz neue Herausforderungen. Sie müssen nicht mehr nur den Opfern helfen, sie müssen sich stets auf einen Angriff einstellen. Es ist eine traurige Entwicklung, die wir nicht mit Gesetzen oder durch Politik alleine aufhalten können. Die Veränderung muss aus der Gesellschaft heraus kommen. Wir müssen deutlich machen, wie wertvoll die Arbeit all jener ist, die ein Feuer löschen, wenn es brennt oder zu Hilfe eilen, wenn man in Not ist. Wir müssen deutlich machen, wie wichtig ein respektvoller Umgang miteinander ist. Höflichkeit, Respekt und Anstand dürfen keine aussterbenden Tugenden sein, wir müssen sie von klein auf vermitteln und einfordern, denn sie gehören unweigerlich zu einem friedlichen Zusammenleben aller dazu.“

« Ismail Tipi: Es ist ein guter Schritt, den eingebürgerten IS-Kämpfern den deutschen Pass abzunehmen Ismail Tipi: Wir dürfen auf keinem Auge blind sein und dürfen den Extremismus, egal von welcher Richtung er kommt, nicht unterschätzen »