Laut einer repräsentativen Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, für die bundesweit 3.448 Schüler zwischen acht und 14 Jahren befragt wurden, haben mehr als die Hälfte der Kinder Ausgrenzung, Hänseleien oder sogar körperliche Gewalt in den Schulen zu ertragen. Dabei sei der Anteil an Übergriffen in den Grundschulen besonders hoch.

„Ich finde diese Zahlen erschreckend. Dass sich Schüler an der Schule nicht sicher fühlen, kann und darf nicht sein. Die Schule sollte im Gegenteil eigentlich ein sicherer Ort sein, ein gutes Lernumfeld bieten, in dem Schüler in Gemeinschaft lernen können, Freunde finden und so optimal für die Zukunft vorbereitet werden. Immerhin verbringen die Schüler dort sehr viel Zeit. Diese Zahlen zeichnen aber leider ein anderes Bild. Natürlich gab es schon immer vereinzelt Schüler, die sich über andere lustig gemacht haben oder sie gemobbt haben. Im Großen und Ganzen wird sich das auch nicht vollends vermeiden lassen. Aber wenn Mobbing und Ausgrenzung auch über den Schulalltag hinaus die Schüler verfolgt, eine psychische Belastung wird oder gar körperliche Gewalt im Spiel ist, dann ist eindeutig eine Grenze überschritten“, so der hessische Landtagsabgeordnete Ismail Tipi der CDU-Fraktion.

„Nicht nur für sein eigenes Kind wünscht man sich, dass es gerne in die Schule geht. Unsicherheit oder gar Angst ertragen zu müssen, führt nur dazu, dass die Kinder sich weigern, in die Schule zu gehen, nicht aufmerksam sind oder gar heimlich die Schule schwänzen, um dem Mobbing und der Gewalt zu entgehen. Hier sind viele gefordert, um solchen Situationen entgegenzuwirken. Einerseits müssen die Schulen versuchen, präventiv zu arbeiten und die Werteerziehung zu intensivieren, damit solche Vorfälle erst gar nicht entstehen. Sicherlich ist hierbei auch die Politik gefragt, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Gleichzeitig müssen Schüler dann aber auch unter rechtsstaatlichen Bedingungen und im pädagogischen Sinne bestraft werden, die Gewalt ausüben, ganz gleich ob psychischer oder physischer Natur. Für die Opfer muss es außerdem eine klar benannte Person in der Schule geben, an die sie sich vertrauensvoll wenden können. Wir müssen deutlich machen, dass das solche Vorfälle keine Kleinigkeiten sind. Gerade junge Menschen, die sich noch in ihrer Entwicklung befinden, können durch Mobbing und Gewalt sehr stark beeinflusst werden und schlimme Folgen können daraus resultieren. Deshalb sind wir in den Schulen, in der Politik, aber auch als Eltern und Gesellschaft gefordert, gegen Gewalt und Hass auch in den Schulen effektiv vorzugehen.“

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