In der Wohnung eines Mannes hat die Polizei hochgiftiges Rizin gefunden. Gegen den 29-jährigen Tunesier hat der Bundesgerichtshof einen Haftbefehl erlassen auf Grund des Verdachts des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Außerdem wird gegen ihn wegen einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt.

„Dieser Fund ist für mich sehr schockierend. Wir können froh und dankbar sein über den Hinweis des Bundesamts für Verfassungsschutz und die sofortige Reaktion der Kölner Polizei. Der Tunesier Sief H. war bereits in seiner Heimat als radikaler Islamist aufgefallen. Er stand allerdings scheinbar nicht auf der polizeilichen Gefährderliste von Nordrhein-Westfalen. Wir wissen schon seit langem, dass der IS über soziale Netzwerke und Foren versucht, Menschen zu rekrutieren und sie zu Anschlägen innerhalb Europas aufruft. Immer wieder ändern sie ihre Methoden, sie reichen von Angriffen auf beliebige Passanten oder Polizisten mit einem Messer, Anschlägen mit einem LKW, wie wir ihn in Berlin erleben mussten bis hin selbstgebastelte Bomben. Diese Fülle an Möglichkeiten, mit denen der IS uns droht, macht die Lage noch schwieriger. Wir müssen alles daransetzen, auch in Zukunft höchst wachsam zu sein und einzugreifen, bevor es zu einem Anschlag kommt“, mahnt der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi.

Nach Medieninformationen wollte sich Sief H. dem IS anschließen. Nach den Verlusten in Syrien und im Irak soll er sich dann allerdings dazu entschlossen haben, in Deutschland einen Anschlag zu planen. Was genau seine Pläne mit dem hochgiftigen Rizin waren, bleibt zurzeit noch unklar. „Wir müssen jetzt schnell mögliche Hintergründe aufklären. In Deutschland gibt es bestimmt noch viele Dutzend mögliche Täter, die als Schläfer, Selbstradikalisierte oder Gefährder unter uns leben. Immer mehr Menschen lassen sich von der Propaganda des IS in den sozialen Netzwerken beeinflussen. Deshalb müssen wir daran arbeiten, diese Netzwerke im Internet zu zerschlagen. Der IS muss aus den Zimmern und aus den Köpfen der Menschen verbannt werden.“

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