Ein Gymnasium in Herne, Nordrhein-Westfalen hat für muslimische Schülerinnen, die sich weigerten am Schwimmunterricht teilzunehmen bzw. von ihren Eltern die Teilnahme verboten bekommen haben, sogenannte Burkinis angeschafft. Das soll dazu dienen, dass sie künftig am Schwimmunterricht wieder teilnehmen. Der hessische CDU-Landtagsabgeordnete und integrationspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Ismail Tipi reagiert darauf mit großem Unverständnis.

„Es macht mich wütend, wenn ich von solch einer Entscheidung lese. Ich kann das beim besten Willen nicht nachvollziehen. Dieses Vorgehen ist für mich ein vollkommen falscher Weg. Er dient in keinster Weise dazu, die Schülerinnen besser in die Klasse zu integrieren. Er dient nicht der Integration und hat vor allem auch nichts mit der Flüchtlingswelle zu tun. Schon seit Jahren appelliere ich an die Bürgerinnen und Bürger, wieder mehr an unseren eigenen Werten und Traditionen festzuhalten. So ein Schritt macht das allerdings zunichte.“

„Anstatt auf die Eltern zuzugehen und zu geben, was sie verlangen, sollten wir vielmehr darauf hinwirken, dass wir in einer freien Gesellschaft leben, in der wir die Gleichberechtigung von Mann und Frau als eine unserer Grundpfeiler sehen. In dem diese Schule Burkinis angeschafft hat, akzeptiert sie nicht nur die Verhüllung der Mädchen, sondern unterstützt sie auch noch. Wir haben uns in unserer Gesellschaft bereits an das Kopftuch und an den Turban gewöhnt. Jetzt diskutieren wir über Vollverschleierungen und Burkinis. Wohin soll das noch führen? Wann hören wir endlich damit auf, unsere eigenen Werte und Vorstellungen mit Füßen zu treten? Erst kürzlich habe ich darüber berichtet, dass gerade in der Ramadan-Zeit vermehrt Konflikte in den Schulen auftreten. Beispielsweise werden nicht fastende muslimische Schüler gemobbt und beschimpft, oder auch Mädchen muslimischen Glaubens, die sich aber westlich kleiden. Und auch hier haben wir dann wieder die Gefahr, dass muslimische Mädchen, die sich nicht mit Burkinis verhüllen, als „Kuffar“ als Ungläubige bezeichnet werden. Das führt zu einer Spaltung in unseren Klassenzimmern, in unseren Schulen und nicht zuletzt auch in unserer Gesellschaft. Dieses Signal geht vollkommen in die falsche Richtung. Wer einen solchen Schritt macht, hat das eigentliche Problem unserer Gesellschaft nicht erkannt.“

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