Bei einer Schießerei in Halle nahe einer Synagoge sind zwei Menschen getötet worden. Die Tat, die am höchsten jüdischen Feiertag, dem Versöhnungsfest Jom Kippur, stattfand, wurde von einem 27-Jahre alten Deutschen namens Stephan B. begangen. Er übertrug sie sogar live ins Internet.

„Ich bin zutiefst erschüttert über diese schreckliche, verabscheuungswürdige Tat. Es herrscht entsetzen, nicht nur in Halle, nein in ganz Deutschland und Europa. Ich verurteile Hass und Gewalt, Antisemitismus und jegliche Form des Extremismus. Sie dürfen in unserem Land keinen Platz haben. Jetzt gilt es sich gemeinsam gegen jede Form des Antisemitismus zu stellen. Alle sind aufgefordert deutlich zu machen, dass Hass und Gewalt bei uns in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Die Jüdische Gemeinde, genauso wie alle anderen Glaubensrichtungen, gehören zu uns, solange sie friedlich sind und sich an unsere Gesetze halten. Die Religionsfreiheit ist eines der höchsten Güter in unserem Land, für das wir jetzt mehr denn je einstehen müssen“, so der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi.

Der Täter Stephan B. befindet sich mittlerweile in Polizeigewahrsam. Laut Bundesinnenminister Horst Seehofer ist von einem antisemitischen Motiv und einem rechtsextremistischen Hintergrund auszugehen. Die Ermittler arbeiten mit Hochdruck daran, die Hintergründe der Tat aufzuklären.

„Diese Tat trifft uns alle und ist gerade für unser Land und die hier lebenden Juden ein Schock. Nach dem zweiten Weltkrieg wollten wir dafür sorgen, dass es nie wieder zu solcher Gewalt gegen jüdische Mitmenschen kommt. Doch der Antisemitismus erstarkt wieder seit einiger Zeit und die Angriffe und Gewalttaten häufen sich. Allein im letzten Jahr zählte die Polizei bundesweit 1.800 antisemitische Straftaten, wie Schmähungen, Drohungen, Anfeindungen und auch Gewaltdelikte. Deshalb müssen wir spätestens jetzt alle wach werden und gemeinsam einstehen für eine friedliche, freiheitliche Demokratie, in der Menschen jeden Glaubens unter uns leben können, ohne Angst vor Hass und Gewalt. Das ist eine Aufgabe, die wir nur gemeinsam, Politik, Medien, Gesellschaft, bewältigen können. Niemand darf sich jetzt zurücklehnen und behaupten, ihn ginge es nicht an. Wir alle sind gefordert und müssen endlich aufwachen. Wir müssen als Gesellschaft aufstehen und dafür sorgen, dass Antisemitismus hier in Deutschland, aber auch in Europa keinen Platz hat.“

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