Bereits im letzten Jahr erreichte die Radikalisierungshotline des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vermehrt Anrufe von Lehrer und Schulpsychologen. Ihnen waren Grundschulkinder mit islamistischen Tendenzen aufgefallen.

„Wir müssen endlich wach werden. Auch wenn wir nur von einzelnen Fällen aus den Schulen wissen, müssen wir reagieren. Gerade im Grundschulalter können sich solche Tendenzen schnell verfestigen, vor allem wenn die Radikalisierung von den Eltern ausgeht. Daher müssen wir vor allem in diesem Bereich gezielte Präventionsmaßnahmen einführen. Die Lehrer müssen mit diesen Problemen umgehen können und sofort einschreiten, wenn sie solche Tendenzen erkennen. Gleichzeitig müssen wir aber auch genau hinschauen, ob die Radikalisierung von den Eltern ausgeht. Falls ja, muss das Jugendamt eingeschaltet werden. Es kann nicht sein, dass Kinder bereits in jungen Jahren mit dieser kranken Ideologie des Salafismus aufwachsen“, warnt der hessische Landtagsabgeordnete Ismail Tipi.

Auch wenn der verbrecherische IS-Staat in Syrien und im Irak auf dem Rückzug ist, ist die Gefährdungslage hier unverändert groß. Nach offiziellen Angaben gibt es rund 750 Gefährder in Deutschland. Die Netzwerke des IS existieren weiter. Sie rekrutieren weiterhin junge Menschen und erreichen auch Flüchtlinge, was zu einem erhöhten Radikalisierungsrisiko führt.

„Der IS war schon immer sehr anpassungsfähig. Sie haben zahlreiche Netzwerke auch in Deutschland aufgebaut. Mit deren Hilfe können sich die Dschihadisten und Gefährder untereinander austauschen, Informationen weitergeben, sich gegenseitig schützen und Anschläge planen. Die Zahl der Anhänger wächst weiter, auch wenn die Rekrutierungsversuche vielleicht nicht mehr in dem Maße offen auf den Straßen stattfinden. Das ist ein Problem, dass uns alle, über die Grenzen der Bundesländer hinweg, angeht. Wir müssen Mittel und Wege finden, dagegen effektiv vorzugehen. Dazu gehört für mich auch ein Austausch von Informationen über Gefährder und ihre Netzwerke. Aber auch ein allgemeines Betätigungsverbot ist dringend notwendig, um gegen die Fundamentalisten, Salafisten und Dschihadisten vorzugehen.“

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