Laut Medienberichten zahlte Deutschland im letzten Jahr für 291.000 Kinder rund 536 Millionen Euro Kindergeld ins Ausland. Mit 60 Prozent mehr als noch im Jahr 2015 ist das ein neuer Höchstwert. Unter den Kindern waren mehr als 30.000 mit deutschem Pass. Dem zugrunde liegt der Anspruch von EU-Ausländern, für die Dauer ihres Arbeitsaufenthalts in Deutschland, Kindergeld zu erhalten.

„Das gilt dann auch für Kinder von EU-Ausländern, die noch in ihrem Heimatland leben. Umgekehrt gilt der Anspruch auch für deutsche Kinder, die im EU-Ausland leben. Entscheidend dafür, welches Land Kindergeld zahlen muss, ist dabei der Arbeitsort. Problematisch daran finde ich allerdings, dass für Kinder, die in ihrem Heimatland leben, oftmals niedrigere Lebenshaltungskosten gelten. Trotzdem erhalten die Eltern für das erste und zweite Kind je 204 Euro im Monat. Meiner Meinung nach sollte das Kindergeld allerdings an die Lebenshaltungskosten des jeweiligen Landes, in dem die Kinder leben, angeglichen werden“, fordert der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi anlässlich dieser Zahlen.

„Selbstverständlich ist die Zahlung von Kindergeld für die Eltern eine wichtige finanzielle Grundlage. Dennoch bin ich der Meinung, dass wir hier auch strikt vorgehen sollten. Das bedeutet, das Kindergeld in der Höhe an die Lebenshaltungskosten und an die Leistungen für Kinder in dem jeweiligen Land anzupassen sind. Gleichzeitig sollten wir aber auch seitens der Behörden genau prüfen, ob eine Berechtigung für das Kindergeld vorliegt. Es gibt beispielsweise Fälle, in denen Angaben nicht stimmen, ein falsches Alter angegeben wird oder gar Kinder von Verwandten mit angegeben werden. Hier sind wir auch aufgefordert genauestens zu prüfen, ob die Angaben wahrheitsgemäß sind. Immerhin geht es mittlerweile um eine hohe Summe, die wir jährlich für die Kinder ausgeben und die dann auch gerechtfertigt sein sollte.“

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