„Schon wieder gibt es bei einem öffentlich-rechtlichen Sender eine Debatte um eine Person, die eingestellt wurde. Jetzt ist es das ZDF, das eine Sitcom in Auftrag gegeben hat, an der Feyza-Yasmin Ayhan als Teil des Autorenteams mitwirken soll, der aber mehrfach Antisemitismus vorgeworfen wurde. Für mich ist das nicht nachvollziehbar“, kritisiert der hessische Landespolitiker Ismail Tipi diese Entscheidung.

Bereits vor einigen Wochen hatte sich der Westdeutsche Rundfunk entschieden, die Journalistin Nemi El-Hassan nicht wie geplant die Sendung „Quarks“ moderieren zu lassen, da es gegen sie Antisemitismus-Vorwürfe gab. Sie nahm vor mehreren Jahren bei einer Al-Kuds-Demonstration in Berlin teil und fiel auch jüngst mit problematischen Likes in ihren sozialen Netzwerken auf.

Nun trifft es das ZDF. Yasmin Ayhan soll sich in der Vergangenheit antisemitisch geäußert haben. In vergangenen Jahren fiel sie demnach mehrfach mit Beiträgen auf, die als antisemitisch zu bewerten sind. Außerdem soll sie bei einer Veranstaltung im Jahr 2015 dem israelischen Staat bei einer Veranstaltung der Hamas-nahen Deutschen Jugend für Palästina das Existenzrecht abgesprochen haben.

„Es ist das eine, israelkritisch zu sein. Aber antisemitische Karikaturen zu posten oder gar Gewalt gutzuheißen oder zu rechtfertigen, ist ein absolutes No-Go. Solche Positionen dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben und damit natürlich auch nicht bei einem öffentlich-rechtlichen Sender“, so Tipi weiter.

Tipi sieht hier ein großes Problem, denn es gehe hierbei nicht nur um eine einzelne Person. „Wir haben zunehmend mit antisemitischen Vorfällen, Beleidigungen und Bedrohungen bis hin zur Gewalt zu tun. Solch ein Verhalten ist unerträglich und darf in unserer Gesellschaft nicht toleriert werden. Immer wieder fordere ich, diejenigen, die antisemitischen Hass verbreiten, beleidigen, bedrohen und attackieren, mit der nötigen Härte zur Rechenschaft zu ziehen. Sich gegen Antisemitismus zu stellen, sehe ich nicht nur als Aufgabe der Politik oder der Behörden. Ich sehe es vielmehr als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der jeder einzelne, und damit auch die öffentlich-rechtlichen Sender, gefordert sind. Hier dürfen wir keine Ausnahmen machen.“

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