In Frankfurt am Main wird das Projekt „Schule des Respekts“ ausgeweitet, wie das Hessische Justizministerium kürzlich bekannt gab. In dem Projekt geht es um die Vermittlung von Werten und Normen an straffällig gewordene Jugendliche. „Damit erfüllt die Schule des Respekts eine überaus wichtige Aufgabe“, ist auch der Landtagsabgeordnete Ismail Tipi überzeugt.

Neben den „Häusern des Jugendrechts“ und dem „Teen Court“ gibt es seit 2018 die „Schule des Respekts“ in Frankfurt am Main. Das Projekt zielt darauf ab, dass sich jugendliche Straftäter mit der Vermittlung von Werten und Normen auseinandersetzen – denn blickt man auf ihre Taten, so lassen diese oft einen mangelnden Respekt vor der Ehre anderer Menschen erkennen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins für Kinder- und Jugendhilfe Frankfurt am Main e.V., der Staatsanwaltschaft im Haus des Jugendrechts Frankfurt am Main-Höchst und des Hessischen Ministeriums der Justiz haben ein Konzept für einen sozialen Trainingskurs „Schule des Respekts“ entwickelt. Dieser richtet sich als Diversionsauflage („erzieherische Maßnahme“) im Jugendstrafverfahren insbesondere an Jugendliche und Heranwachsende, die durch Gewalt- und Ehrverletzungsdelikte oder Straftaten gegen die persönliche Freiheit im Zusammenhang mit einem fragwürdigen Ehrbegriff aufgefallen sind.

„Die Schule des Respekts kann den Jugendlichen eine neue Orientierung bieten und ihnen einen neuen Zugang zu unseren Werten und Normen ermöglichen. Wie der Name schon sagt, geht es in dem Projekt darum, den Respekt voreinander, vor dem Nächsten und schlussendlich auch vor sich selbst, aber auch den Respekt vor dem Rechtsstaat, seinen Regeln und Organen (wieder) zu erlernen“, erläutert Ismail Tipi das Konzept.

Der Abgeordnete im Hessischen Landtag gilt als entschiedener Kämpfer für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit und hat schon häufig vor Ehrenmorden sowie den fatalen Folgen eines fundamental falschen Wertegerüsts bei Jugendlichen gewarnt: „Es gibt viele Gründe, warum Jugendliche sich von unseren Werten und Normen distanzieren. Zum Beispiel haben viele Immigrantenkinder diese nie richtig erlernt oder sie nur als eine Art Parallelwelt zu den eigenen, gewohnten und früher erlernten Normen der Heimat oder der Eltern erfahren. Häufig leidet das Wertegerüst von Jugendlichen aber auch unter dem Einfluss von scheinbaren „Vorbildern“ – beispielsweise salafistisch gesinnten Priestern, die die Jugendlichen mit einer hasserfüllten Ideologie vergiften. Diesen jungen Menschen, gerade wenn sie bereits straffällig geworden sind, eine Alternative aufzuzeigen, die fest in unserer Tradition, unserem Rechtsstaat und unserer gesellschaftlichen Mitte begründet ist, ist eine fundamental-wichtige Aufgabe. Dieser Aufgabe nimmt sich die Schule des Respekts an.“

Dieses Projekt soll nun auf den Landgerichtsbezirk Hanau ausgeweitet werden. Der Verein Sprungbrett e.V. hat hierzu ein Konzept vorgelegt, welches einen sportpädagogischen Schwerpunkt hat. Jugendlichen werden über bekannte Eigenschaften aus dem Sportbereich, wie Fairplay, Teamgeist, Foul, Ersatzbank etc. gesellschaftliche Kompetenzen spielerisch vermittelt. Ziel ist es, dass die erworbenen Werte und Normen verinnerlicht und im täglichen Leben angewendet werden.

Weitere Informationen zu den Zielen und Methoden der „Schule des Respekts“ finden sich beim Hessischen Justizministerium unter www.hessen.de/presse/pressemitteilung/schule-des-respekts-wird-ausgeweitet-0.

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