Laut dem Hessischen Landesamt für Verfassungsschutz nutzen Organisationen aus dem Querdenken-Spektrum und rechtsextremistische Gruppierungen die verheerende Flutkatastrophe für ihre Propaganda aus. Bürger, die helfen wollen, könnten mit ihrer Spende demnach ungewollt diese Organisationen unterstützen.

„Glücklicherweise sind in den letzten Wochen die Inzidenzzahlen weiter gesunken und die Bürgerinnen und Bürger konnten sich über einige Lockerungen freuen. Mit dieser Besserung der Situation, weniger Einschränkungen und einer steigenden Impfquote sind aber auch die Demonstrationen bzw. die Anzahl der demonstrierenden Menschen bei den sogenannten „Corona-Demos“ weniger geworden. Die Querdenker-Szene hat sich daher nun ein neues Thema gesucht, in diesem Fall die schlimme Flutkatastrophe“, zeigt sich der hessische Landespolitiker Ismail Tipi besorgt über diese Entwicklung.

„Mitglieder der Querdenken-Bewegung rufen nicht nur zu Spenden auf. Sie vermitteln ein völlig verzerrtes Bild und verbreiten die Botschaft, der Staat hätte all die Menschen in den von der Katastrophe betroffenen Gebieten im Stich gelassen. Mit dem Geld versuchen sie dann parallel zu den staatlich organisierten Fluthilfen eigene Strukturen aufzubauen und damit ihr verschwörungstheoretisches Gedankengut weiter in die Gesellschaft zu tragen“, warnt Tipi eindringlich.

So wollten Querdenker und Neonazis in Rheinland-Pfalz eine eigene Leistelle für Fluthilfeaktionen aufbauen. Andere planten ein Kinderbetreuungszentrum für Flutopfer. Dadurch entstand stellenweise der Eindruck, der Verein, der im letzten Jahr noch gegen Masken, Corona-Tests an Schulen und mit Falschinformationen gegen Corona-Impfungen mobil machte, übernehme ganz offiziell die Kinderbetreuung, mit eigenen professionellen Seelsorgern. Das Landesfamilienministerium und auch die Kreisverwaltung machten klar, dass es kein offizielles, abgestimmtes Angebot sei.

„Neben den Querdenkern nutzen aber auch Neonazis diese Katastrophe für ihre Zwecke. Für mich zeigt das ihr wahres Gesicht. Anstatt den Menschen in dieser schlimmen Situation beizustehen, aufrichtiges Mitgefühl und Solidarität zu zeigen, versuchen sie die Situation, die traumatisierten Menschen vor Ort und auch all jene, die einfach nur mit ihren Spenden helfen und unterstützen wollen, auszunutzen. Sie versuchen sich als Helfer zu inszenieren und den Staat einmal mehr als Feindbild darzustellen. Sie bereichern sich am Leid anderer Menschen. Es stimmt mich unheimlich traurig, dass wir an solch einem Punkt angelangt sind. Ich kann nur alle dazu aufrufen, genau hinzuschauen, wem man Geld spendet, das vermeintlich den Opfern zu Hilfe kommen soll, sowie in dieser Situation am besten den offiziellen Stellen zu vertrauen.“

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