Letztes Jahr hatte der Bundesinnenminister Horst Seehofer ein Betätigungsverbot gegen die libanesische Hisbollah in Deutschland verhängt. Alle Aktivitäten der Anhänger mussten damit eingestellt werden. Jetzt fanden nach Informationen der Bild-Zeitung Fahnder heraus, dass Einnahmen aus einem Berliner Kokain-Händlerring, dessen Lager und Umschlagplätze im September gestürmt wurden, an die Terrororganisation Hisbollah gingen.

„Damals wurden sechs mutmaßliche Drogenhändler und Kurierfahrer festgenommen und drei Fahrzeuge beschlagnahmt, mit denen Drogen geschmuggelt wurden. Nun sollen die Ermittlungen ergeben haben, dass die Einnahmen dieses Drogenrings in Vereine der schiitisch-islamistischen Hisbollah geflossen sind. Die Hisbollah, die vom Verfassungsschutz als terroristische Vereinigung eingestuft wird, stellt das Existenzrecht Israels infrage und ruft offen zum bewaffneten Kampf sowie zu dessen gewaltsamen Vernichtung auf. Ich finde es bezeichnend, dass sich diese Extremisten durch Drogengelder finanziert haben. Allerdings ist für mich solch eine Verflechtung zwischen dem Drogenhandel und extremistischen, terroristischen Organisationen keineswegs überraschend, denn die Terroristen, Extremisten und deren Unterstützer finden immer wieder neue Möglichkeiten, ihre Geldquellen sprudeln zu lassen, um so den Terror voranzutreiben“, so der hessische Landtagsabgeordnete Ismail Tipi.

Es war bereits bekannt, dass die Hisbollah Deutschland als Rückzugsraum und auch zum Sammeln von Spenden nutzte. Ihre Mitglieder wurden bereits seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet. Laut Bild-Informationen sollen über eine Millionen Euro auf unterschiedlichsten Wegen an die Terrororganisation und ihre Unterstützer gezahlt worden sein.

„Immer wieder habe ich darauf gedrängt bei den terroristischen Vereinigungen, sowie bei den Salafisten und Dschihadisten und auch den fundamentalistischen Hasspredigern die Finanzen zu überprüfen. Ich denke da beispielsweise an den Missbrauch von Spendengeldern durch angeblich gemeinnützige Organisationen, Benefizveranstaltungen zum Sammeln von Geldern oder auch ausländische Finanzquellen. Es kann nicht sein, dass sich eine Terrororganisation, die unschuldige Menschen hinrichtet und enthauptet, durch Spendengelder hier aus Deutschland oder auch Europa finanziert. Die Ergebnisse der Ermittlungen machen genau das deutlich, was ich schon oft gesagt habe: Wir müssen den Terroristen, Salafisten und allen anderen extremistischen Gruppierungen und Vereinigungen die Geldhähne zudrehen und ihre Finanzquellen genau überprüfen.“

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