Gestern Nacht sind acht mutmaßliche IS-Frauen und ihre 23 Kinder in Frankfurt gelandet. Die Bundesregierung hat sie aus dem kurdischen Camp in Nordsyrien nach Deutschland zurückgeholt. Ein Großteil von ihnen sei nach der Landung in Haft genommen worden, heißt es. Die Frauen waren vor einigen Jahren nach Syrien ausgereist und hatten sich dort der Terrormiliz IS angeschlossen. Jetzt müssen sie sich vor der Strafjustiz für ihr Handeln verantworten.

Der hessische Landtagsabgeordnete Ismail Tipi, der sich seit Jahren für den rechtsstaatlichen Kampf gegen Dschihadisten und Salafisten einsetzt, fordert bei den IS-Rückkehrerinnen besonders aufmerksam zu sein. „Wer über mehrere Monate oder Jahre im IS-Kalifat gelebt hat, mit ‚Gotteskriegern‘ verheiratet war und seine Kinder indoktriniert hat, der muss bei seiner Rückkehr nach Deutschland auch zur Rechenschaft gezogen werden und muss mit rechtsstaatlichen Konsequenzen und harten Strafen rechnen“, fordert Tipi.

Bei den Zurückgeholten handelt es sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes um Fälle, die als besonders schutzbedürftig eingestuft wurden. Darunter seien vor allem Kinder, die krank seien oder Sorgeberechtigte in Deutschland hätten. Was mit den Kindern geschieht, prüft derzeit das Jugendamt. Außenminister Heiko Maas sagte dazu, man müsse alles dafür tun, ihnen ein Leben in Sicherheit und einem guten Umfeld zu ermöglichen.

„Von solchen IS-Rückkehrerinnen, die über eine lange Zeit mit der kranken Ideologie des IS gelebt haben, kann auch eine Gefahr für unsere Sicherheit ausgehen, denn oftmals mögen sie traumatisiert sein und Reue zeigen, doch haben sie ihre Gesinnung nicht aufgegeben. Daher müssen wir mit allen Mitteln des Rechtsstaats sicherstellen, dass Rückkehrer diese Ideologie nicht weiter in unserem Land verbreiten können. Das gilt vor allem für die Kinder. Sie sind schon von klein auf mit dem Irrglauben des IS aufgewachsen. Wenn sie jetzt weiterhin durch ihre Mütter in diese Richtung beeinflusst werden, dann können auch sie zu einer Gefahr für unsere Gesellschaft werden. Daher müssen die Kinder im Zweifelsfall aus den Familien herausgenommen werden, damit sie mit den Werten unseres freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaates aufwachsen“, mahnt Tipi eindringlich.

Abschließend hofft er, dass nach einem rechtsstaatlichen Verfahren auch harte Urteile gegen die IS-Rückkehrerinnen ausgesprochen werden. „Es muss auch künftig jedem klar sein, dass derjenige, der unser Land verlässt, um sich den IS-Terroristen anzuschließen und Verbrechen zu verüben, hierfür zur Rechenschaft gezogen wird.“

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