„Ich erinnere mich noch genau: Als ich die Nachrichten gehört habe und von den Angriffen auf die Feuerwehrleute in Dietzenbach gehört habe, war ich zutiefst geschockt“, erinnert sich Ismail Tipi, Wahlkreisabgeordneter der Kreisstadt Dietzenbach im Hessischen Landtag. Nach den Angriffen Ende Mai gibt es nun sieben Festnahmen.

In der Nacht vom 28. auf den 29. Mai wurden Feuerwehrkräfte in das Dietzenbacher Spessartviertel am ehemaligen Starkenburgring gerufen, um ein Feuer zu löschen. Dieses haben jedoch etwa 50 Randalierer absichtlich gelegt, um die Feuerwehrleute angreifen zu können. Auf einem Parkdeck hatten sich die Angreifer verschanzt und von dort aus die anrückenden Feuerwehrkräfte mit Steinen beworfen, auch Molotow-Cocktails sollen sie vorbereitet haben, berichten Augenzeugen. Wie durch ein Wunder wird keiner der Freiwilligen Feuerwehrleute schwer verletzt, es entsteht aber ein hoher Sachschaden. Mehrere Einsatzfahrzeuge werden stark beschädigt – mindestens 150.000 Euro müssen für Reparaturen aufgebracht werden.

Am Mittwochmorgen waren nun über 100 Polizeibeamte im Einsatz, um sieben Tatverdächtige im Spessartviertel festzunehmen. In diesem Zusammenhang wurden zahlreiche Wohnungsdurchsuchungen in der Nachbarschaft vorgenommen. Die gemeinsame Aktion der Staatsanwaltschaft Darmstadt und der Kriminalpolizei richtete sich gegen acht Beschuldigte im Alter von 14 bis 29 Jahren, die alle ihren Wohnsitz in Dietzenbach haben sollen. Einer der Beschuldigten ist noch auf freiem Fuß. Weitere Details zu den anhaltenden Ermittlungen könnten derzeit nicht bekannt gegeben werden, hieß es seitens der Behörden.

Ismail Tipi erklärte hierzu: „Ich freue mich, dass die Ermittlungsarbeit der Polizei Früchte trägt und nun gleich mehrere Tatverdächtige festgenommen werden konnten. Noch immer ist es für mich unfassbar, was in dieser Nacht geschehen ist: Nicht nur, dass freiwillige Feuerwehrleute, Helfer und Retter in der Not angegriffen wurden, sondern gerade auch, dass es sich hier nicht um die frustrierte Aktion eines Anwohners handelte, der sich von den Rettungskräften gestört fühlte, sondern um einen koordinierten Angriff mit mehreren Dutzend Beteiligten. Eigens um die Feuerwehrleute in die Falle zu locken, wurde ein Feuer gelegt – das ist einfach nur abstoßend und verabscheuenswürdig.“

„Die Festnahmen können daher nur ein erster Schritt sein“, erklärte der Vorsitzende von „Pro Hilfskräfte – Hände weg“, Ismail Tipi, weiter. „Jetzt braucht es Gerechtigkeit. Diejenigen, die unsere Feuerwehrleute angegriffen haben, haben damit offen unseren Staat und unsere Demokratie angegriffen. Deshalb muss der Rechtsstaat jetzt mit empfindlichen Strafen antworten: Nur eine mehrjährige Gefängnisstrafe kann in meinen Augen die angemessene und gerechte Reaktion auf diese abstoßende Tat sein. Ich hoffe, dass bald weitere Festnahmen folgen und somit alle Täter zur Rechenschaft gezogen werden können. Zudem hoffe ich auf faire und harte Urteile in einem rechtsstaatlichen Prozess, der gerade auch den angegriffenen Feuerwehrleuten endlich Gerechtigkeit verschafft.“

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