Zahlreiche Politiker auf Bundesebene haben sich jüngst zu den Verhandlungen des DFB mit der staatlichen Airline Qatar Airways geäußert und diese teils scharf kritisiert. Der DFB hatte durch die Corona-Krise die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Sponsor Lufthansa unterbrochen. Der Vertrag soll nach Medienberichten nun aber endgültig beendet werden. Als neuer Sponsor sei Qatar Airways im Gespräch.

Ismail Tipi, hessischer Landespolitiker, sieht in diesen Äußerungen eine Bestätigung seiner Forderungen. „Gerade in den letzten Wochen am Rande der Europameisterschaft habe ich immer wieder die UEFA und ihre Doppelmoral kritisiert. Auf der einen Seite werben sie mit Plakaten für ‚UEFA Respect‘. Auf der anderen Seite ist Qatar Airways ein großer Sponsor, der während der EM-Spiele großflächig über die Werbebanden zur allerbesten Sendezeit Werbung machen konnte. Daher kann ich auch die Verhandlungen des DFB mit der Arline nicht nachvollziehen“, so Tipi.

Mit dieser Meinung steht Tipi auch nicht alleine da. Fraktionsübergreifend haben nun mehrere Bundespolitiker den DFB aufgefordert, die Gespräche sofort zu beenden. Hintergrund ist vor allem die angespannte Menschenrechtslage in Katar. Es sei ein falsches Signal, wenn man sich finanziell von so einem Land abhängig mache. „Katar ist nicht nur für seine extensiven Menschenrechtsverletzungen bekannt, sie betreiben sogar verdeckte Terrorfinanzierung für dschihadistische Gruppen und Milizen. Sie treten all die Werte mit Füßen, die wir hier in Deutschland und in Europa als essenziell betrachten: Menschenwürde, Toleranz, ein friedliches Nebeneinander unterschiedlichster Kulturen und Religionen, aber auch Freiheiten und Demokratie. Daher sage ich ganz klar: Wer Terror finanziert, der kann nicht zugleich ein Partner für Europas Demokratien sein, auch nicht auf einer sportlichen Ebene“, so Tipi.

„Wenn wir ernsthaft und glaubwürdig in Deutschland für all die genannten Werte eintreten wollen, für Menschenrechte und Gleichberechtigung, für Toleranz und Freiheit, dann dürfen wir nicht mit so einem Land oder auch einer staatlichen Airline verhandeln und uns sponsern lassen. Wenn sich die Spieler der Nationalmannschaft für Menschenrechte einsetzen und das auf und neben dem Platz auch deutlich machen, ist das ein gutes und wichtiges Zeichen. Wenn ein Fußballverband wie der DFB dann mit einem solchen Land wie Katar Sponsorenverträge abschließt, dann ist das eine höchst verwerfliche Doppelmoral. Wenn wir es wirklich ernst meinen mit unseren Werten, dann dürfen wir sie nicht für Geld und Finanzinteressen verkaufen. Ich erhoffe mir ein klares und deutliches Statement – Kein Geld für Terrorismusunterstützer, kein internationales Parkett für Feinde von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeiten, für die die Menschenrechtserklärung allenfalls eine unverbindliche Empfehlung darstellt.“

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