Laut neuesten Schätzungen sind weltweit rund 160 Millionen Kinder von Kinderarbeit betroffen, viele davon in gefährlichen Bereichen. Damit ist die Zahl der betroffenen Kinder wieder angestiegen, in den vergangenen vier Jahren um 8,4 Millionen, wie das UN-Kinderhilfswerk UNICEF mitteilte.

„Damit stagniert zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten der Fortschritt im Kampf gegen Kinderarbeit, heißt es. Diese enorm hohe Zahl an Kindern, die arbeiten müssen, teilweise sogar unter gefährlichen Umständen, ist schockierend“, zeigt sich der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi betroffen. „Und die Dunkelziffer ist bestimmt noch höher. Hinzu kommt auch die Corona-Pandemie. Viele Menschen haben dadurch ihre Einkommensmöglichkeiten verloren. Das wiederum bringt manche Familien dazu, dass Kinder mitanpacken müssen, um über die Runden zu kommen. Aber auch das Risiko für die Kinder, die schon vorher Kinderarbeit leisten mussten, kann sich erhöhen, wenn sich die Bedingungen verschlechtern. Das sind schreckliche Zustände, gegen die wir gemeinsam, in der Gesellschaft weltweit vorgehen müssen.“

Die UN warnte davor, dass weitere neun Millionen Kinder bis zum Ende des Jahres in die Kindearbeit abrutschen könnten, bedingt durch die Corona-Pandemie. Den Zahlen zufolge müssen sich insgesamt 63 Millionen Mädchen und 97 Millionen Jungen verdingen, also nahezu jedes zehnte Kind auf der Welt. Brennpunkte seien die Länder Afrikas südlich der Sahara, dort arbeiten 87 Millionen Kinder, also mehr als im Rest der Welt zusammen.

„Zwischen 2000 und 2016 war die Zahl der Mädchen und Jungen in Kinderarbeit noch um 94 Millionen gesunken. Diese Zunahme muss uns alle aufrütteln“, so Tipi weiter. Es brauche umfassende Schutzmaßnahmen und Programme, um aktiv und effektiv gegen Kinderarbeit vorzugehen. Man könne nicht tatenlos zusehen, wenn immer mehr Kinder gefährdet sind.

„Mädchen und Jungen gehören in die Schule. Nur durch eine ausreichende schulische Bildung kann langfristig der Teufelskreis von Armut und Kinderarbeit durchbrochen werden. Eine unbeschwerte Kindheit, das Lernen in der Schule, das gemeinsame Spielen danach und das Entdecken der Umgebung sollte jedem Mädchen und Jungen zustehen. Außerdem sind arbeitende Kinder dem Risiko körperlicher aber auch psychischer Schäden ausgesetzt. Letztendlich wird den Kindern aber vor allem die Zukunft genommen. Wir dürfen daher nicht die Augen verschließen und müssen gemeinsam gegen Kinderarbeit vorgehen.“

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