Nach einer Razzia am heutigen Morgen in Berlin wurden drei Verdächtige festgenommen. Sie stehen im Zusammenhang mit dem Juwelenraub in der berühmten Dresdner Schatzkammer Grünes Gewölbe vor ungefähr einem Jahr und sollen nach Medien-Informationen Mitglieder des arabisch-deutschen Remmo-Clans sein. Ihnen wird schwerer Bandendiebstahl und Brandstiftung in zwei Fällen vorgeworfen. Mehr als 1.600 Beamte haben bei der heutigen Razzia 18 Objekte durchsucht und nach Beweismitteln wie Werkzeuge oder elektronische Speichermedien gesucht.

Der hessische Landtagsabgeordnete Ismail Tipi sieht in solchen Clan-Strukturen eine große Gefahr für die Gesellschaft. „Die Mitglieder der Clan-Familien lehnen unseren Rechtsstaat und damit auch die Polizei ab. Wie wir leider immer wieder miterleben müssen, jüngst auch durch die Auseinandersetzung zweier rivalisierender Clans in Berlin, regeln sie ihre Angelegenheiten auf ihre eigene Weise und scheuen dabei nicht vor schweren Straftaten zurück. Diese Parallelstrukturen existieren und agieren an unseren Gesetzen, unserem Rechtsstaat und unserer Justiz vorbei.“

Vor allem der arabisch-deutsche Remmo-Clan wird mit weiteren spektakulären Raubzügen wie beispielsweise im Berliner Bode-Museum in Verbindung gebracht. Gerade in Berlin kommt nun neben Raubüberfällen und Einbrüchen sowie Drogenhandel und Schutzgelderpressung der deutsch-arabischen Clans eine brutale Auseinandersetzung mit einer tschetschenischen Gruppe hinzu. Dessen Mitglieder sind meist für den Umgang mit Kriegswaffen ausgebildet und gelten als gewaltbereit. Das Bundeskriminalamt warnt in dem Zusammenhang vor einem Vormarsch der Tschetschenen-Mafia. Laut einem Bundeslagebild zur organisierte Kriminalität weisen tschetschenische kriminelle Gruppierungen eine überdurchschnittlich hohe Eskalations- und Gewaltbereitschaft auf.

„Hier brauchen wir eine Null-Toleranz-Strategie. Wer sich nicht an Recht und Gesetz hält, dabei Polizeibeamte bedroht und unschuldige Menschen gefährdet, gehört verurteilt und ins Gefängnis. Wir dürfen nicht zulassen, dass ganze Clan-Familien unseren Rechtsstaat an der Nase herumführen und unsere Freiheiten für ihre Zwecke missbrauchen. Es ist wichtig hinzusehen und zu reagieren, immer wieder Nadelstiche zu setzen und die Geschäfte der Banden immer wieder zu stören, zum Beispiel durch steuerrechtliche Ermittlungen oder Überprüfung und Vollstreckung ausstehender Haftbefehle. Wir brauchen einen starken Rechtsstaat, der seine Stärke besonders dort zeigt, wo er am stärksten angegriffen wird. Deshalb müssen wir mit aller Entschiedenheit gegen Clan-Kriminalität vorgehen.“

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