Gestern durchsuchten bei einer groß angelegten Drogenrazzia mehr als 70 Ermittler des Landeskriminalamtes und 100 weitere Beamte, unterstützt durch Spezialeinsatzkommandos aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen, 30 Wohnungen und sieben Dienststellen in und um München, in Augsburg, Dachau, Wolfratshausen, Ebersberg und an der Hochschule der Polizei in Fürstenfeldbruck. Das brisante daran: Sie richtete sich gegen 21 Münchner Polizeibeamte. Seit Juli 2018 ermittelt die Staatsanwaltschaft München gegen die tatverdächtigen Polizisten. Sie stehen unter Verdacht, gegen das Betäubungsmittel- und das Antidopinggesetz verstoßen zu haben. Einzelne Beamte müssten sich zudem wegen des Verdachts der Verfolgung Unschuldiger und der Strafvereitelung im Amt verantworten.

Laut Medienberichten ergaben sich die Verdachtsmomente im Rahmen von Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Drogendealer. Ein Kronzeuge habe auf mutmaßliche Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz durch zwei namentlich bekannte Polizeibeamte hingewiesen. Jetzt sollen die beschlagnahmten Beweismittel weitere Hinweise liefern. Einige der Polizisten sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits suspendiert worden.

„Ich bin schockiert über diese Vorwürfe gegen einige Polizeibeamte“, so der hessische Landespolitiker Ismail Tipi. „Die Polizei beschützt die Bürgerinnen und Bürger und geht gegen Kriminelle vor. Ihre Aufgabe ist es, Verbrechen zu verhindern, aufzuklären und nicht, selbst Straftaten zu begehen. Seit einiger Zeit schon leidet der Ruf der Polizei unter rechtsextremen Vorwürfen. Und jetzt kommen diese Vergehen noch dazu. Man darf nicht alle Polizistinnen und Polizisten vorverurteilen, aber es ist auch ganz klar, dass wir sowohl gegen rechtsextremistische als auch gegen kriminelle Tendenzen innerhalb der Polizeibehörden strikt vorgehen müssen. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, müssen sie mit aller gesetzlichen Härte bestraft werden. Denn nur so können die vielen Polizeibeamten, die sich an Recht und Gesetz halten und dieses nach außen hin vertreten, die Bürgerinnen und Bürger weiterhin schützen und ihrer Aufgabe als Gesetzeshüter nachkommen.“

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