Heute vor 35 Jahren ereignete sich das schreckliche Unglück in Tschernobyl. Noch immer sind die Ereignisse und die daraus resultierende Katastrophe den Menschen im Gedächtnis. Zahlreiche Menschen mussten ihre Häuser verlassen, viele sind an den Folgen der Strahlung gestorben. Bis heute ist die Umgebung um den Reaktor nicht sicher.

„Auch heute noch sind die Spätfolgen spürbar. Der Boden innerhalb des 30-Kilometer-Radius um das havarierte Atomkraftwerk ist beispielsweise noch immer verstrahlt. Prypjat ist eine Geisterstadt und erinnert uns an dieses schreckliche Unglück und all seine Folgen“, äußerte sich der hessische Landtagsabgeordnete Ismail Tipi anlässlich der 35 Jahre zurückliegenden Reaktorkatastrophe.

„Nach dem Unglück wurde der Atomreaktor unter einem Sarkophag aus Beton und Stahl verborgen. Dieser ist jedoch brüchig, weshalb sich die G-7-Staaten, die EU und die Ukraine auf den ‚Shelter Implementation Plan‘ geeinigt hatten und ein neuer Sarkophag errichtet wurde. Ziel ist es, nach und nach den alten Sarkophag und den Reaktorblock abzubauen“, so Tipi weiter.

Bis heute ist die Zahl der Opfer unklar. Die WHO, UN und die Internationalen Atombehörde halten in einem Bericht 4.000 Todesopfer vor allem durch Krebserkrankungen für möglich. Die Katastrophe betraf damals nicht nur Tschernobyl. Winde trieben die radioaktive Wolke in Richtung Nordost, führte aber auch zu radioaktivem Niederschlag in Nord- und Mitteleuropa.

In Dietzenbach, das zum Wahlkreis des CDU-Politikers gehört, hat sich kurz nach der Katastrophe, im Jahr 1991 der Freundeskreis Kostjukovitschi gegründet. Die weißrussische Stadt wurde damals wie viele anderen auch durch die Nuklearkatastrophe radioaktiv kontaminiert. „Auch wenn sie 180 Kilometer Luftlinie von Tschernobyl entfernt liegt, wurde der Kreis zu einem Drittel verstrahlt und 8.000 Menschen mussten umgesiedelt werden. Bis heute haben die Menschen dort mit Spätfolgen der radioaktiven Verstrahlung und damit einhergehenden Krankheiten zu kämpfen. Der Freundeskreis leistet hier einen ganz besonderen Beitrag. Beispielsweise besuchen normalerweise in jedem Sommer Schulkinder aus Kostjukovitschi die Kreisstadt und verbringen hier ihre Ferien. Das ist ein wunderbares Beispiel der Freundschaft, der Hilfe und Völkerverständigung.“

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