Am heutigen 10. September könnte es um 11:00 Uhr laut werden in Deutschlands Großstädten. Zum ersten Mal seit der Deutschen Wiedervereinigung findet der Warntag bundesweit statt. Wie Innenminister Peter Beuth in Wiesbaden informierte, sensibilisiere der Aktionstag für die verschiedenen Warnmittel und Alarmsignale. So werden alle vorhandenen Warnmöglichkeiten, wie Sirenen, Lautsprecherdurchsagen, Radio, Fernsehen, soziale Medien, Warn-Apps (hessenWARN), sowie digitale Werbetafeln zum Einsatz kommen. Sowohl der Ton für den Probealarm um 11 Uhr, als auch das Sirenensignal zur Entwarnung um 11:20 Uhr dauert dann jeweils für eine Minute an.

Der Hessische Landtagsabgeordnete Ismail Tipi setzt sich schon seit langem für Feuerwehren, Polizei- und Rettungsmannschaften ein – gerade auch für die vielen Ehrenamtlichen im deutschen Katastrophenschutz. „Egal ob als blaue Engel beim THW, als Feuerwehrleute, als Rettungssanitäter oder als Polizist – viele Menschen engagieren sich haupt- und ehrenamtlich im Katastrophenschutz oder zum Schutz der Zivilbevölkerung“, weiß der Vorsitzende des Vereins „Pro Hilfskräfte – Hände weg“. „Das Engagement dieser Alltagsengel rückt am Warntag 2020 in den Mittelpunkt, denn sie sind es, die bei einer Warnung zuerst reagieren müssen, die zuerst Hilfe leisten, wenn es brenzlig wird. Zugleich soll der Warntag aber auch die Bevölkerung informieren und sensibilisieren für die vielen Warnmethoden, die es bundesweit gibt. Angefangen von Rundfunkmeldungen über Sirenen, Lautsprecherdurchsagen und Anzeigen auf Werbe- und Informationstafeln bis hin zur Warnung per App auf dem Smartphone – die Möglichkeiten sind vielfältig, im Ernstfall die Bevölkerung schnell über drohende Gefahren zu informieren. Wie all diese Kanäle gemeinsam genutzt werden können, wird der heutige Warntag zeigen.“

Der Aktionstag ist der erste gemeinsame Warntag aller Bundesländer seit der Wiedervereinigung. Auf Grundlage eines Beschlusses der Innenministerkonferenz (IMK) wird der Warntag ab 2020 jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September stattfinden. Hessen hat den bundesweiten Warntag in Abstimmung mit den kommunalen Vertretern gemeinsam vorbereitet. Zuständig sind auf Bundesebene das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), auf Ebene der Länder die jeweiligen Innenministerien und auf der Ebene der Kommunen die für den Katastrophenschutz zuständigen Behörden. Eine Warnung der Bevölkerung kann sowohl bei einer Bedrohung der Bundesrepublik von außen („Zivilschutzfall“), bei Großschadenslagen („Katastrophenfall“), im täglichen Einsatzgeschehen der Feuerwehr („tägliche Gefahrenabwehr“) und auch bei polizeilichen Ereignissen (z.B. Terrorlage) erforderlich sein.

Neben den kommunalen Warnmitteln - in der Regel Sirenen - stehen zur Warnung insbesondere auch Lösungen für Smartphones („WarnApps“) zur Verfügung. Hier nutzt das Land Hessen sowie die weit überwiegende Mehrzahl der Landkreise das System hessenWARN (bzw. den kompatiblen Vorläufer KatWarn). Über hessenWARN sind derzeit mehr als 270.000 Personen erreichbar, welche die App aktiv nutzen und in lebensbedrohlichen Situationen gewarnt werden können. Zusätzlich können über KatWarn mehr als eine halbe Million Menschen in Hessen erreicht werden.

Die Ende 2019 vorgestellte App hessenWARN bietet neben den bewährten Alarmierungen vor unerwarteten Gefahrensituationen (Bombenfunde, Großbrände mit Gefahrenstofffreisetzung, Unwetterwarnungen, terroristische Anschläge und mehr) weitere wichtige Alarmierungsfunktionen, die sich je nach persönlichem Bedürfnis innerhalb der Applikation ein- und ausschalten lassen.

Der Warntag am 10. September beginnt in Hessen um 10:45 Uhr mit einer hessenweiten Auslösung der WarnApp hessenWARN (und die daran angeschlossenen WarnApps KatWarn und NINA). Es folgt um 11:00 Uhr die bundesweite Warnung, sowohl über WarnApps als auch über die sich beteiligenden Rundfunkanstalten. Sofern in den Kommunen zentral auslösbare Sirenen für die Warnung zur Verfügung stehen, erfolgt dabei auch ein Probealarm mit dem Sirenensignal „Warnung der Bevölkerung“. Ab 11:20 Uhr erfolgt die Entwarnung.

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