Ein Tag nach der Bundestagswahl steht fest: Die CDU hat im Bund deutlich an Stimmen verloren. Und auch in Hessen hat die CDU 8,1 Prozentpunkte eingebüßt und liegt laut vorläufigem Endergebnis bei 22,8 Prozent der Stimmen, deutlich hinter der SPD.

„Wir müssen klar sagen, dass wir die Wahl verloren haben, da gibt es nichts zu diskutieren. Jetzt gilt es, Verantwortung zu übernehmen und das Ergebnis offen und ehrlich zu analysieren sowie entsprechende Lehren daraus zu ziehen. Ein ‚Weiter so‘ kann es nicht mehr geben“, sagte der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi nach der Bundestagswahl.

Für ihn liegt das schlechte Abschneiden auch an einem fehlenden klaren, inhaltlichen Kurs der Partei. „Wenn man Volkspartei sein möchte, muss man auch den Mut aufbringen, heikle Themen offen und ehrlich anzusprechen. Wir haben es in den letzten Jahren immer wieder versäumt, gerade auch im Bereich der inneren Sicherheit Klartext zu sprechen“, so Tipi weiter. „Beispielsweise haben wir uns als CDU das Thema ‚Sicherheit‘ immer auf die Fahne geschrieben. Das bedeutet aber auch, dass wir eine klare Position kommunizieren müssen. In diesem Wahlkampf wurde jedoch viel zu wenig über Inhalte gesprochen. Gerade der Extremismus jeglicher Art, insbesondere aber auch der religiöse Extremismus sind Themen, die die Bürgerinnen und Bürger beschäftigen. Die Bedrohungen durch den Dschihadismus, Fundamentalisten, Scharia-Anhänger und aber auch generell durch Extremisten wurde kaum thematisiert. Dabei sind das wichtige, grundlegende Themen, die wir als CDU, die den Anspruch hat, eine Volkspartei zu sein, deutlich ansprechen müssen.“

Für Tipi ist es jetzt an der Zeit, mit dem „Schmusekurs“ der letzten Jahre aufzuhören. „Wir müssen wieder deutlich machen, wofür die CDU steht. Wir müssen Klartext reden und Verantwortung übernehmen. Es muss jetzt endlich ein Ruck durch die Partei gehen.“

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