
Zum 17. Mal wurde der Hessische Integrationspreis vergeben. Der Preis der Hessischen Landesregierung zeichnet Projekte, Vereine und Initiativen aus, die sich in besonderer Weise um den Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit verdient gemacht haben. Leitmotiv war in diesem Jahr: „Gemeinsam gegen Rassismus“.
Der erste Platz, dotiert mit 7.000 Euro, geht an das Projekt „Bildung, Stärkung, Empowerment: Unsere Arbeit gegen Rassismus“ – Bildungsstätte Anne Frank e.V., Frankfurt am Main. Die Bildungsstätte Anne Frank (BAF) ist seit ihrem Bestehen 1997 eine Einrichtung für Jugendliche und Erwachsene, die die aktive Teilhabe an einer offenen und demokratischen Gesellschaft stärkt. Kontinuierlich werden neue Konzepte, Methoden und Formate für die Arbeit gegen Rassismus, Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entwickelt. Hier handelt es sich um ein Projekt rund um Bildung und Empowerment für die Arbeit gegen Rassismus.
Mit dem zweiten Platz wurde das Projekt „Empowerment durch Kreativität und Austausch für afrikanische Diaspora und ihre Familien", Kone Netzwerk zur Förderung kommunikativen Handelns e.V., Frankfurt am Main mit 5.000 Euro ausgezeichnet. Das Kone-Netzwerk ist eine im Jahr 2011 gegründete ehrenamtlich und gemeinnützig agierende Migrantenselbstorganisation. Mit ihrer Arbeit setzt sie sich für Chancengleichheit und die Anerkennung von Menschen mit afrikanischen Wurzeln ein. Aspekte der Arbeit sind die Ablehnung von Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus. Es handelt sich um ein Empowerment-Projekt zum Thema Rassismus für Frauen, Kinder und Jugendliche.
Den dritten Platz erhält das Projekt “Gemeinsam stark gegen Rassismus“ – Arbeit und Bildung e. V., Marburg, der mit 3.000 Euro dotiert ist: Der Verein ist ein freier Träger der Sozialwirtschaft und wurde 1986 gegründet. Das Projekt leistet einen Beitrag zur Prävention gegen (Alltags-)Rassismus in der Arbeitswelt. Zielgruppen sind sowohl die Mitarbeiter*innen des Vereins als auch die Teilnehmenden an den Bildungs-, Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen. Sie alle werden für Rassismus sensibilisiert und gegen rassistische Anfeindungen gestärkt.
Einen Sonderpreis in Höhe von 5.000 Euro erhält in diesem Jahr das Projekt „Hanau steht zusammen – kollektives Gedenken der Opfer vom 19. Februar“ – Institut für Toleranz und Zivilcourage 19. Februar Hanau e.V. Der Verein ist eine Selbstorganisation von Angehörigen der Todesopfer sowie weiteren Betroffenen der rassistischen Terroranschläge und einzelner Mitglieder des Ausländerbeirats der Stadt Hanau, die als Beziehungspaten Teil dieser Schicksalsgemeinschaft geworden sind. Der Verein kommuniziert mit der Politik, um Maßnahmen und Projekte zu entwickeln, die ein gesellschaftliches Bewusstsein entwickeln, und setzt sich für ein engagiertes, kraftvolles und vereintes Auftreten für Toleranz und Zivilcourage ein.
Der Hessische Landtagsabgeordnete und Integrationsexperte Ismail Tipi erklärte anlässlich der Bekanntgabe der Preisträger: „Rassismus ist ein abscheuliches Übel in unserer Gesellschaft, dem es entgegenzutreten gilt. Die ausgezeichneten Projekte tun dies in einer beeindruckenden Art und Weise. Sie rufen uns ins Bewusstsein: Fremdenfeindlichkeit und Rassismus können in blindem Hass und sinnloser Gewalt münden, so wie bei dem schrecklichen Anschlag in Hanau. Zugleich mahnen sie uns aber auch, nicht zu vergessen, dass Rassismus im Kleinen beginnt: In abwertenden Blicken, Vorverurteilungen und scheinbar flapsig dahingesagten „Späßen“. Es ist gut, dass mit der Verleihung des Integrationspreises der Landesregierung diese Gefahr einmal mehr in unser Blickfeld gerufen wird.“
Tipi erinnerte auch daran, dass man Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nur gemeinsam überwinden könne: „Es gibt zahlreiche hervorragende Projekte und Initiativen, auch in meinem Wahlkreis, die sich für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft, ein lebenswertes Hessen ohne Platz für Hass, Hetzte und Gewalt einsetzen. Diese Initiativen leben aber ganz entscheidend von dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Daher möchte ich die Gelegenheit nutzen, Sie aufzurufen, sich einzubringen und die Vielfalt unserer Heimat durch Ihre Visionen, Ideen und Ihre Tatkraft mitzugestalten. Denn das beste Mittel, um Rassismus im Keim zu ersticken, ist Grenzen zu überwinden und gemeinsam für eine gute Sache zu streiten.“
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