„Vor einigen Tagen war der ‚Weltkindertag‘. Er soll auf Kinderschutz und Kinderrechte aufmerksam machen. Für mich ist dieser Tag auch Anlass, sich klar gegen Verbrechen wie Zwangsehen und Kinderehen auszusprechen“, wiederholt der hessische Landespolitiker Ismail Tipi seinen Appell. „Gewalt gegenüber Kindern ist eines der abscheulichsten Verbrechen. Kinder gehören in liebende Familien. Sie sollten gemeinsam mit Freunden spielen, die Schule besuchen und ihre Freizeit genießen können. Doch man sollte aus Kindern auf keinen Fall Bräute machen.“

Schon seit vielen Jahren engagiert sich Tipi für Kinderrechte und stellt sich klar gegen Kinderehen. „Dieses Thema dürfen wir nicht ignorieren oder verschweigen. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Fälle jährlich in Deutschland bekannt sind. Denn jede Kinderehe ist eine zu viel!“

Bereits vor mittlerweile drei Jahren wurde das „Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen“ verschärft. Demnach sollen Menschen unter 18 Jahren davor geschützt werden, in eine Ehe gezwungen zu werden. Ehen, die unter Verstoß gegen die Ehemündigkeitsvorschriften geschlossen wurden, sind unwirksam, wenn ein Ehegatte im Zeitpunkt der Eheschließung das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet hatte. Auch den im Ausland geschlossenen Ehen mit einem minderjährigen Ehegatten wurde grundsätzlich die Geltung im deutschen Recht versagt.

„Das war ein wichtiger und guter Ansatz. Nun gilt es aber auch, hart durchzugreifen und die Kinder aus solchen Ehen herauszuholen. Kinderehen müssen sofort annulliert werden und die zuständigen Jugendämter müssen den Eltern sofort das Sorgerecht für das zwangsverheiratete Mädchen entziehen“, so Tipi weiter.

„Erschreckend ist allerdings auch eine Aussage, die jüngst der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen getroffen hat. Er schätzt, dass es weltweit durch die Corona-Pandemie zu weiteren 13 Millionen Kinderehen kommen werde, die sonst zwischen 2020 und 2030 nicht stattgefunden hätten. Hier sind wir alle gefordert, Eltern, Lehrer oder auch Ärzte, Verdachtsfälle zu melden und bekannte Fälle der Behörden weiterzugeben, um die Kinder zu schützen. Jeder, der bei Kinderehen wegsieht, sie zulässt, sie nicht verhindert oder gar dazu beiträgt, dass sie geschlossen werden, trägt meiner Meinung nach eine Mitschuld und sollte mit rechtsstaatlichen Konsequenzen rechnen. Denn Kinderehen können verheerende, lebenslange Auswirkungen bei den betroffenen Kindern haben. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, Kinder vor so einem Schicksal zu schützen.“

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