
Gestern haben Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und sein Stellvertreter Al-Wazir die neue Kampagne „Hessen, bleibt besonnen!“ vorgestellt. Damit einher ging auch ein Appell an die Bürgerinnen und Bürger, sich angesichts der massiv ansteigenden Infektionszahlen weiterhin an die Regeln zu halten. Mit drei Plakatmotiven soll deutlich gemacht werden, dass Abstand halten, das Einhalten der Hygiene-Regeln und vor allem das konsequente Tragen von Alltags-Masken helfen, der Pandemie die Stirn zu bieten. Ab morgen werden in knapp 400 Orten, und damit nahezu allen hessischen Städten und Gemeinden, die Plakate der Landesregierung an öffentlichen Plätzen, an Bushaltestellen und Straßen zu sehen sein.
Bouffier betonte dabei, man wisse auch, dass eine Pandemie nicht allein mit Verordnungen bekämpft werden könne. „Nur wenn es uns gelingt, als Gesellschaft zusammenzubleiben, können wir der Pandemie wirkungsvoll begegnen. Mit unserer Kampagne machen wir deutlich, wie wichtig es ist, bestimmte Regeln einzuhalten – gerade jetzt, wo der Winter vor der Tür steht und die Corona-Zahlen so hoch sind wie nie.“ In Zeiten der Krise müsse man zusammenstehen.
Wie ernst die Lage ist, machen auch die Beschlüsse deutlich, die gestern bei der Ministerpräsidentenkonferenz gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen wurden. „Wir alle wissen, wie einschneidend die neuen Maßnahmen sind. Doch die Infektionszahlen steigen rasant an. Deshalb müssen wir jetzt handeln und die Infektionsketten eindämmen“, mahnt auch der hessische Landtagsabgeordnete der CDU-Fraktion Ismail Tipi.
Heute tagt das Corona-Kabinett, um die in der Bund-Länder-Schalte beschlossenen Maßnahmen mit einer Verordnung für Hessen zu fixieren. Ziel ist es, die Kontakte in allen nicht notwendigen Bereichen drastisch zu reduzieren. Folgende Beschlüsse seitens des Bundes sollen ab Montag in Kraft treten:
- Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.
- Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur noch mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Haushalts gestattet, aber maximal mit zehn Personen. Feiern auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen und privaten Einrichtungen sind inakzeptabel.
- Freizeiteinrichtungen werden geschlossen. Dazu gehören Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks, Saunen, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und Bordelle sowie aber auch Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Thermen, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen.
- Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden untersagt.
- Der Freizeit- und Amateursportbetrieb wird eingestellt. Ausgenommen ist der Individualsport allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand.
- Gastronomiebetriebe, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen werden geschlossen. Erlaubt ist weiterhin die Lieferung und Abholung von Essen für den Verzehr zu Hause.
- Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios werden geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen sind weiter möglich. Auch Friseure bleiben geöffnet.
- Der Groß- und Einzelhandel bleibt unter Auflagen zur Hygiene geöffnet. Dabei ist sicherzustellen, dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche aufhält.
- Schulen und Kindergärten bleiben offen. Die Länder entscheiden über die erforderlichen Schutzmaßnahmen.
- Die Unternehmen sind eindringlich aufgefordert, Heimarbeit zu ermöglichen - wo immer dies umsetzbar ist.
„Es sind harte Maßnahmen, besonders für den Wirtschaftszweig der Gastronomie und der Freizeitbranche. Deshalb wollen wir auch finanziell helfen. Betroffene Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern erhalten 75 Prozent des Umsatzes vom November 2019, mit 70 Prozent des Vorjahresumsatzes alimentieren wir Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern. Dazu stellt der Bund bis zu 10 Milliarden Euro bereit. Wir müssen jetzt alle zusammenstehen und gemeinsam dafür sorgen, dass die Zahlen wieder zurückgehen. Wenn wir jetzt im November an einem Strang ziehen, können wir vielleicht im Dezember wieder etwas aufatmen und dann auch gemeinsam mit unseren Liebsten Weihnachten feiern.“
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