Gestern hat ein 18-Jähriger in Paris einen Terroranschlag verübt – offenbar mit islamistischem Hintergrund, wie der Innenminister Frankreichs bestätigte. Dabei wurden zwei Journalisten schwer verletzt.

„Am 7. Januar 2015 wurde im 11. Arrondissement in Paris ein beispielloser terroristischer Anschlag verübt“, erinnert sich der Hessische Landtagsabgeordnete Ismail Tipi. „Zwei Islamisten drangen damals in die Redaktionsräumlichkeiten der bekannten französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo ein und töteten zwölf Menschen. Dieser Anschlag war seit langer Zeit der erste dieser Art in Europa, mit dem der islamistische Terrorismus eine ganz neue Qualität erhielt. Paris und ganz Frankreich leiden schon lange unter einer wachsenden Anzahl an Islamisten, die Gefährdungslage ist hier besonders hoch. Dennoch war es in den letzten zwei bis drei Jahren ruhiger geworden, gerade auch weil der Islamische Staat (IS) militärisch besiegt wurde.“

„Mit dem gestrigen Anschlag ist spätestens jetzt aber wieder klar: Die Terroristen werden sich nicht unterkriegen lassen“, erklärte Ismail Tipi. Der Experte im Kampf gegen Islamismus und Dschihadismus hatte in der Vergangenheit oft davor gewarnt, sich nun in Sicherheit zu wiegen. „Islamisten bleiben gefährlich“, so Tipi.

Bei dem Anschlag gestern, der unmittelbar vor den alten Redaktionsräumen von Charlie Hebdo stattfand, wurden zwei Journalisten schwer verletzt. Ein 18-jähriger, islamistisch motivierter Täter griff sie während ihrer Raucherpause vor dem Gebäude mit einem axtartigen Gegenstand an. Beide befinden sich nicht mehr in Lebensgefahr. Der Täter wurde festgenommen und war bereits am Abend der Tat vollumfänglich geständig.

„Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien. Ich hoffe, dass die beiden Journalisten schnell genesen werden. Ich bin in meinen Gedanken bei dem gesamten französischen Volk, dass sich einmal mehr mit der hässlichen Fratze des islamistischen Terrorismus konfrontiert sieht“, so Ismail Tipi nach dem Anschlag in einem Statement. Zugleich sähe er sich durch den Anschlag in seinen Warnungen bestätigt: „Islamisten bedrohen weiterhin unsere Freiheit, unsere Demokratie und unsere Rechtsstaatlichkeit. Ihnen werden alle Mittel Recht sein, unsere Art zu leben zu bekämpfen. Wir dürfen uns daher nicht täuschen lassen von militärischen Verlusten in den IS-Gebieten oder angeblich sinkenden Gefährder-Zahlen. Islamisten, Dschihadisten und Fundamentalisten bleiben gefährlich. Gerade jetzt könnten viele Einzeltäter dem Aufruf des IS folgen, mit einfachsten Mitteln zu versuchen, eine große Anzahl an Menschen zu töten. Gott sei Dank, ist das gestern in Frankreich nicht gelungen. Wir müssen diesen Anschlag daher als Schuss vor den Bug verstehen und jetzt äußerst wachsam sein.“

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